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Nicht gegen die Bevölkerung sondern zugunsten des Wildes.

 

Wildtiere bereiten sich gut auf die kalte Jahreszeit vor. Um den Körper vor Kälte zu schützen, tragen sie bereits ab Herbst das schützende Winterfell. Das Winterhaar der Rehwilddecke ist beispielsweise wellenförmig. Dadurch wird isolierte Luft eingeschlossen. Das Steinwild wechselt nur einmal das Haar, das heisst im Herbst wachsen die Woll- und Deckhaare des Winterfelles zwischen den Sommerhaaren hindurch. Auch Reserven an Feist und Muskeleiweiss wurden schon im Vorfeld als Notration angelegt, um davon in den kargen Monaten zu zehren. Beim Rotwild ist bekannt, dass ein grosser Teil des täglichen Energiebedarfes allein durch das Nutzen dieser Notrationen gedeckt wird. Manche Arten, etwa der Dachs, reagiert auf die lebensfeindliche Jahreszeit mit einer Winterruhe. Obwohl diese Wildart im Winter durchaus noch aktiv und auf den Sohlen ist, deckt er seinen Energiebedarf ebenfalls fast ausschliesslich aus den angelegten Fettreserven. Zusätzlich verlangsamt das Wild seinen Stoffwechsel. Rotwild senkt seine Pulsrate auf knapp die Hälfte (auf 30 bis 40 Herzschläge pro Minute). Am geringsten ist die Frequenz jetzt, das heisst zwischen Januar und Februar. Die Körpertemperatur in den Extremitäten (Beinen), verringert sich. Bei sehr tiefen Temperaturen halten sie nur die Kerntemperatur aufrecht und lassen exponierte Körperteile abkühlen, um sie dann wieder durch die Sonne oder höhere Temperaturen aufwärmen zu lassen. Das Schalenwild hat einen weiteren Spar-Trick: Weil die Tiere weniger Äsen und somit auch weniger Nahrung verarbeiten, verkleinern sich die Verdauungsorgane, wie etwa der Pansen. Das sparsame Haushalten mit der begrenzten Energie geht sogar so weit, dass sie ihre Flucht verringern. Wenn das Wild in Deckung (z. B. Naturverjüngung neben einem Weg) steht, lässt es Spaziergänger oder Schneeschuhläufer auf wenige Meter an sich vorbeigehen. Besonders beim Rehwild ist dieses Verhalten ausgeprägt. Allerdings steht es dann unter enormen Stress. Die Rehe springen nicht ab, weil die Flucht zu Energie brauchen würde.

Alle diese Verhaltensweisen und Anpassungen haben nur ein Ziel: Das Wild lebt auf Sparflamme und haushaltet mit den begrenzten Energiereserven. Ausreichend Ruhe vorausgesetzt, übersteht es den Winter mit diesen Strategien recht gut. Doch häufig ist es der Mensch, der das Wild im Winter unnötig beunruhigt und ihm das Überleben zusätzlich erschwert. Damit sind nicht nur Variantenskifahrer, Tourengeher, Schneeschuhläufer und die jeweiligen Landnutzer gemeint. Auch Jäger machen es dem Wild durch unüberlegtes Handel, z. B. die Stangensuchen im Frühjahr, unnötig schwer.

Ob Wild im Winter gefüttert werden sollte, ist immer eine Einzelfallentscheidung. Sie hängt von den jeweiligen Witterungs-, Orts- und Bestandesverhältnisse ab. Ziel dabei ist, einen gesunden den örtlichen Verhältnissen angepassten Wildbestand zu erhalten. Wildtiere haben sich über Jahrtausende an das Überleben auch strenger Winter angepasst. Wenn der Winter die Gegend fest im Griff hat und Väterchen Frost herrscht, ist Ruhe für das Wild wichtiger als eine aufwendige Fütterung.

 

Cumpadials, im Januar 2012 Werner Degonda

 

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